Hintergrund

Internationale Lage — Warum AGIR notwendig ist.

Die folgenden Berichte dokumentieren die Situation queerer Menschen in Westafrika und darüber hinaus. Sie belegen, warum Schutz und Stabilisierung dringend notwendig sind. Alle Quellen stammen von international anerkannten Organisationen und Medien.

Länder & Regionen
🇬🇭GhanaKritisch 🇸🇳SenegalKritisch 🇳🇪NigerNeu kriminalisiert 🇧🇫Burkina FasoNeu kriminalisiert 🇺🇬UgandaExtreme Gewalt 🇲🇱MaliAnhaltende Verfolgung 🇨🇲KamerunAnhaltende Verfolgung 🌍Afrikaweite SituationÜberblick

«Diese Berichte stammen ausnahmslos von international anerkannten Organisationen und Medien. Sie zeigen: Die Bedrohungslage ist real, dokumentiert und nimmt zu. AGIR reagiert auf eine konkrete humanitäre Realität — nicht auf eine abstrakte Idee.»

Förderverein AGIR Suisse · Projektdossier Juni 2026
🇬🇭

Ghana

Kritisch 29. Mai 2026

Parlamentsbeschluss — Gesetz noch nicht in Kraft

Das ghanaische Parlament verabschiedete am 29. Mai 2026 den «Human Sexual Rights and Family Values Bill». Das Gesetz sieht bis zu 3 Jahre Gefängnis für gleichgeschlechtliche Beziehungen vor — und bis zu 10 Jahre für die Förderung, Finanzierung oder Unterstützung von LGBTIQ+-Aktivitäten. Auch Eltern, Lehrpersonen und Gesundheitsfachleute können verfolgt werden.

Hinweis: Das Gesetz ist noch nicht definitiv in Kraft: Es wartet auf die präsidiale Unterzeichnung. Präsident Mahama hat angekündigt, das Gesetz vor der Unterzeichnung einer juristischen Prüfung zu unterziehen, unter anderem wegen möglicher Verfahrensmängel bei der Abstimmung.
Quellen: Reuters, 29.05.2026 · Washington Post, 29.05.2026 · Bloomberg, 29.05.2026 · JURIST, 30.05.2026
🇸🇳

Senegal

Kritisch März 2026

Verschärfte Strafverfolgung

Ein neues Gesetz verdoppelte die Strafdrohung für gleichgeschlechtliche Beziehungen auf bis zu 10 Jahre. Unterstützung für LGBTIQ+-Personen oder Organisationen ist neu ebenfalls strafbar. Zwischen Februar und April 2026 wurden mindestens 70 Personen verhaftet, Schutzräume durchsucht und Mobiltelefone zur Netzwerkerfassung konfisziert.

Quellen: Human Rights Watch, 18.02.2026 · Front Line Defenders, April 2026 · Outright International, März 2026 · FIDH, 17.03.2026
🇳🇪

Niger

Neu kriminalisiert Juli 2026

Neue Kriminalisierung und Verhaftungen

Niger hat gleichgeschlechtliche Beziehungen neu kriminalisiert. Mindestens 40 queere Menschen wurden verhaftet. Berichte beschreiben eine Atmosphäre von Angst und Untertauchen innerhalb der Community. Besonders gravierend: Wichtige HIV-Präventionsangebote für Männer, die Sex mit Männern haben, wurden beeinträchtigt oder eingestellt.

Quellen: The Guardian: «Witch-hunt in Niger as military regime rounds up LGBTQ+ population», 1. Juli 2026
🇧🇫

Burkina Faso

Neu kriminalisiert September 2025

Neue Kriminalisierung

Burkina Faso hat 2025 einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen neu kriminalisiert. Vorgesehen sind zwei bis fünf Jahre Gefängnis sowie Geldbussen. Human Rights Watch dokumentierte die Einführung des Gesetzes und seine unmittelbaren Auswirkungen auf queere Menschen im Land.

Quellen: Human Rights Watch: «Burkina Faso Criminalizes Same-Sex Conduct», 3. September 2025
🇺🇬

Uganda

Extreme Gewalt 2023–2025

Gesetz als Auslöser massiver Gewalt

Seit Inkrafttreten des Anti-Homosexualitätsgesetzes (2023) dokumentiert Human Rights Watch in einem 69-seitigen Bericht (Mai 2025) systematische Gewalt, Erpressung, Verhaftungen und Obdachlosigkeit. Zwischen Juni 2023 und Juli 2024 wurden 667 Menschenrechtsverletzungen gegen 850 Personen erfasst. Das Gesetz droht in bestimmten Fällen mit der Todesstrafe — bestätigt durch den Verfassungsgerichtshof im April 2024.

Quellen: Human Rights Watch, 26.05.2025 · Reuters, April 2024 · OHCHR, April 2024 · UN-Sonderberichterstatter, 2023
🇲🇱

Mali

Anhaltende Verfolgung Aktualisiert März 2026

Kriminalisierung und anhaltende Verfolgung

Mali kriminalisiert gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen. LGBT-Personen in Mali sind regelmässig Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Das Land gehört zu jenen westafrikanischen Staaten, in denen sich die Rechtslage in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert hat.

Quellen: Human Dignity Trust: «Mali Country Profile», aktualisiert März 2026
🇨🇲

Kamerun

Anhaltende Verfolgung Aktualisiert November 2025

Bestehende Kriminalisierung und anhaltende Verfolgung

Kamerun kriminalisiert gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen mit einer Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis und Geldbusse. Die Bestimmungen werden regelmässig angewendet und queere Menschen sind dort anhaltend Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt.

Quellen: Human Dignity Trust: «Cameroon Country Profile», aktualisiert November 2025
🌍

Afrikaweite Situation

Überblick 2024

Amnesty International — Afrikaweite Verschlechterung

In einem Bericht zu 12 afrikanischen Ländern beschreibt Amnesty International eine tiefe Krise: In 31 Staaten sind gleichgeschlechtliche Handlungen nach wie vor strafbar. Willkürliche Verhaftungen, staatliche Hass-Rhetorik und der Abbau von Schutzstrukturen nehmen zu.

Quellen: Amnesty International, 09.01.2024 — «Africa: Barrage of discriminatory laws stoking hate against LGBTI persons»

AGIR ist vor Ort — direkt und konkret.

Jede Spende fliesst direkt in Schutz, Stabilisierung und medizinische Unterstützung für queere Geflüchtete in Benin.

Jetzt unterstützen →