Internationale Lage — Warum AGIR notwendig ist.
Die folgenden Berichte dokumentieren die Situation queerer Menschen in Westafrika und darüber hinaus. Sie belegen, warum Schutz und Stabilisierung dringend notwendig sind. Alle Quellen stammen von international anerkannten Organisationen und Medien.
«Diese Berichte stammen ausnahmslos von international anerkannten Organisationen und Medien. Sie zeigen: Die Bedrohungslage ist real, dokumentiert und nimmt zu. AGIR reagiert auf eine konkrete humanitäre Realität — nicht auf eine abstrakte Idee.»
Ghana
Parlamentsbeschluss — Gesetz noch nicht in Kraft
Das ghanaische Parlament verabschiedete am 29. Mai 2026 den «Human Sexual Rights and Family Values Bill». Das Gesetz sieht bis zu 3 Jahre Gefängnis für gleichgeschlechtliche Beziehungen vor — und bis zu 10 Jahre für die Förderung, Finanzierung oder Unterstützung von LGBTIQ+-Aktivitäten. Auch Eltern, Lehrpersonen und Gesundheitsfachleute können verfolgt werden.
Senegal
Verschärfte Strafverfolgung
Ein neues Gesetz verdoppelte die Strafdrohung für gleichgeschlechtliche Beziehungen auf bis zu 10 Jahre. Unterstützung für LGBTIQ+-Personen oder Organisationen ist neu ebenfalls strafbar. Zwischen Februar und April 2026 wurden mindestens 70 Personen verhaftet, Schutzräume durchsucht und Mobiltelefone zur Netzwerkerfassung konfisziert.
Niger
Neue Kriminalisierung und Verhaftungen
Niger hat gleichgeschlechtliche Beziehungen neu kriminalisiert. Mindestens 40 queere Menschen wurden verhaftet. Berichte beschreiben eine Atmosphäre von Angst und Untertauchen innerhalb der Community. Besonders gravierend: Wichtige HIV-Präventionsangebote für Männer, die Sex mit Männern haben, wurden beeinträchtigt oder eingestellt.
Burkina Faso
Neue Kriminalisierung
Burkina Faso hat 2025 einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen neu kriminalisiert. Vorgesehen sind zwei bis fünf Jahre Gefängnis sowie Geldbussen. Human Rights Watch dokumentierte die Einführung des Gesetzes und seine unmittelbaren Auswirkungen auf queere Menschen im Land.
Uganda
Gesetz als Auslöser massiver Gewalt
Seit Inkrafttreten des Anti-Homosexualitätsgesetzes (2023) dokumentiert Human Rights Watch in einem 69-seitigen Bericht (Mai 2025) systematische Gewalt, Erpressung, Verhaftungen und Obdachlosigkeit. Zwischen Juni 2023 und Juli 2024 wurden 667 Menschenrechtsverletzungen gegen 850 Personen erfasst. Das Gesetz droht in bestimmten Fällen mit der Todesstrafe — bestätigt durch den Verfassungsgerichtshof im April 2024.
Mali
Kriminalisierung und anhaltende Verfolgung
Mali kriminalisiert gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen. LGBT-Personen in Mali sind regelmässig Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Das Land gehört zu jenen westafrikanischen Staaten, in denen sich die Rechtslage in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert hat.
Kamerun
Bestehende Kriminalisierung und anhaltende Verfolgung
Kamerun kriminalisiert gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen mit einer Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis und Geldbusse. Die Bestimmungen werden regelmässig angewendet und queere Menschen sind dort anhaltend Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt.
Afrikaweite Situation
Amnesty International — Afrikaweite Verschlechterung
In einem Bericht zu 12 afrikanischen Ländern beschreibt Amnesty International eine tiefe Krise: In 31 Staaten sind gleichgeschlechtliche Handlungen nach wie vor strafbar. Willkürliche Verhaftungen, staatliche Hass-Rhetorik und der Abbau von Schutzstrukturen nehmen zu.
AGIR ist vor Ort — direkt und konkret.
Jede Spende fliesst direkt in Schutz, Stabilisierung und medizinische Unterstützung für queere Geflüchtete in Benin.
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